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Schwangerschafts-Diabetes

Zuckerreiche Ernährung kann zu Geburtskomplikationen führen

Neue Diätsprechstunde an der Frauenklinik in Groß-Umstadt soll bei Prävention von Schwangerschaftsdiabetes helfen

Schwangere lauschen auf besondere Art und Weise in ihren Körper hinein. Sie folgen gern ihren Gelüsten auf Süßes, Salziges oder Deftiges. Manches entgeht ihnen aber - zum Beispiel, wenn ihr Zuckerstoffwechsel durcheinander geraten ist. Schwangerschaftsdiabetes ist heute eine immer häufigere Komplikation, wenn Frauen ein Kind bekommen. Diese Patientinnen brauchen eine spezielle Betreuung. „Es gibt viele Faktoren, die die Entwicklung eines Schwangerschaftsdiabetes begünstigen. Teilweise liegt eine genetische Veranlagung vor, aber auch Umweltfaktoren, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung spielen eine Rolle“, sagt Susanna Hellmeister, Sektionsleiterin Pränatal- und Brustdiagnostik und Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. Vor allem Übergewicht sei ein wesentlicher Grund für die gestiegene Zahl der Fälle von Gestationsdiabetes. Eine angemessene und zuckerarme Ernährung lindert nachweislich die Folgen für Mutter und Kind, sagt die Gründerin des Kompetenznetzwerks für Schwangerschaftsdiabetes an der Frauenklinik in Groß-Umstadt. Sie setzt sich an der Klinik in Groß-Umstadt dafür ein, dass durch die richtige Vorsorge der Schwangeren und die frühzeitige Behandlung der Frauen mit Gestationsdiabetes Nachteile für Mutter und Kind reduziert werden können. 

Besonders kritisch: Komplikationen bei der Geburt

Wurde der Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt, sind das Risiko für den vorgeburtlichen Kindstod und Komplikationen bei der Geburt erhöht. Babys, bei denen der mütterliche Zucker nicht gut eingestellt wurde, können bei der Geburt Probleme mit der Atmung und auch mit ihrem eigenen Zuckerhaushalt bekommen. Auch kann es häufiger zu einer Verzögerung der Geburt und auch zu einer verzögerten Geburt der Schulter kommen. Auch wird die Geburt von Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes mit höherer Wahrscheinlichkeit eingeleitet, da der errechnete Geburtstermin auf Grund der Risiken nicht überschritten werden sollte. Durch das Risiko, zu große und zu dicke Kinder zu bekommen, steigt außerdem das Risiko, Dammrisse und Blutungen nach der Geburt zu bekommen. Dementsprechend ist auch die Rate an Kaiserschnittentbindungen erhöht.

Wird ein Gestationsdiabetes durch den Zuckertest im 2. Drittel der Schwangerschaft festgestellt, ist es nötig, eine fettarme und ballaststoffreiche Diät einzuhalten. Engmaschige Blutzuckerkontrollen sind unerlässlich, um die richtige Stoffwechseleinstellung zu erreichen. „Jede Schwangere wird vom Tag der Diagnose an mit einer Ernährungsberatung unterstützt und lernt, wie sie ihre Blutzuckerwerte selbst messen kann“, so Susanna Hellmeister. In 85 % der Fälle führt bereits die Umstellung auf eine vollwertige, gesunde Ernährung zum Erfolg.

Prävention durch zuckerarme Ernährung in der Frühschwangerschaft

Eine gesunde Ernährung unter ärztlicher Kontrolle hilft Schwangeren deshalb auch bereits in der Frühschwangerschaft am besten, einem Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen, sagt Hellmeister. Das gilt sowohl für normalgewichtige Frauen als auch für übergewichtige oder gar fettleibige. Dabei denkt die Expertin für Pränataldiagnostik nicht nur an weniger Kalorien, sondern auch an reichlichen Verzehr von Vollkornprodukten und Gemüse. „Vollkornprodukte und vitaminreiche, zuckerarme Kost, möglichst in 5 kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt, ist die beste Prävention für Schwangerschaftsdiabetes. Säfte, Gummibärchen, sogar Obst wie Bananen und Trauben sind wahre Zuckerbomben und sollten nur in Maßen genossen werden“, rät Hellmeister. Einen vollständigen Tagesplan zur Ernährung in der Schwangerschaft bieten Frau Hellmeister und ihr Diabetologe Dr. Kowalski seit Anfang Juni allen Schwangeren bereits in der Frühschwangerschaft in einer speziellen Sprechstunde an. Diese Diätsprechstunde findet immer dienstags in der Frauenklinik in Groß-Umstadt statt.

Infokasten:

Schwangerschaftsdiabetes – Was nun?

  • Die Schwangerschaften werden von den Gynäkologen/innen engmaschiger betreut, da man mittels Ultraschall wichtige Zusatzinformationen bezüglich der Fruchtwassermenge und des Wachstums des Kindes erlangen kann. Bei übermäßigem Wachstum oder zu großer Fruchtwassermenge, kann dann noch reagiert werden und die Patientin weiter beraten und in der Ernährung umgestellt werden.
  • In 85% aller Fälle genügt zur Therapie bereits eine vollwertige, gesunde Ernährung, in 15% der Fälle muss zusätzlich Insulin gegeben werden.
  • Nach der derzeitigen Studienlage entwickeln 35-60 % der Frauen nach  Schwangerschaftsdiabetes innerhalb von 10 Jahren eine Zuckertoleranzstörung.
  • Nach Schwangerschaften mit GDM besteht für Frauen kaukasischer Herkunft ein Risiko von 35-50% für das erneute Auftreten einer Glukosetoleranzstörung in weiteren Schwangerschaften.


Über die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg behandeln als Klinikverbund an den Standorten Groß-Umstadt und Jugenheim jedes Jahr mehr als 30.000 Patienten stationär und ambulant. Mit mehr als 450 Planbetten sind sie der zuverlässige medizinische Versorger in der Region. Rund 750 Mitarbeiter und hochmoderne medizinische Standards garantieren eine bestmögliche Versorgung der Patienten. Weitere Informationen unter:

www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de


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